Neue Erkenntnisse durch digitalisierte Geschichtswissenschaft(en)? Zur hermeneutischen Reichweite aktueller digitaler Methoden in informationszentrierten Fächern

Introduction by OpenMethods Editor (Delphine Montoliu): This paper investigates the hermeneutic suitability of current digital methods for the humanities.

Abstract

In den Digital Humanities herrscht latent die Auffassung, dass über den Einsatz generischer Werkzeuge eine Brücke zwischen den einzelnen Fachwissenschaften und ihren ausdifferenzierten Forschungsmethoden geschlagen werden kann oder soll. Dabei werden zu leicht Unterschiede im Erkenntnisinteresse und in der Hermeneutik übersehen, die z.B. zwischen Literaturwissenschaft und Geschichtswissenschaft bestehen und die Verwendung von bestimmten digitalen Werkzeugen entweder erfordern oder auch verbieten. In diesem Beitrag wird nach der hermeneutischen Reichweite aktueller digitaler Methoden für die Geschichtswissenschaften gefragt und dies paradigmatisch an drei Beispielen erläutert: Digitale Handschriftenerkennung, Historische Netzwerkanalyse sowie Historische Semantik.

 

In the Digital Humanities, the dominant belief is that the use of generic ›tools‹ could or should serve as a bridge between the different disciplines and their methodologies. Differences in cognitive interests and in hermeneutics between literary studies and history are too easily overlooked, and therefore both disciplines require the use of adapted and specialized digital tools. This paper investigates the hermeneutic suitability of current digital methods for the humanities and demonstrates their applicability by means of three examples: digital handwriting recognition, historical network analysis, and historical semantics informed by computational linguistics.

 

Original publication date: 04/10/2016.

Source: Neue Erkenntnisse durch digitalisierte Geschichtswissenschaft(en)? Zur hermeneutischen Reichweite aktueller digitaler Methoden in informationszentrierten Fächern | ZfdG – Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften